„Ein Backup entscheidet im Ernstfall über die Existenz eines Unternehmens“
Interview mit Geschäftsführer Dominik Leipold über Datensicherung, Cloud-Backup und typische Fehler in Unternehmen
Herr Leipold, warum ist das Thema Backup heute wichtiger denn je?
Dominik Leipold:
Weil Daten heute das Fundament jedes Unternehmens sind. Ohne Zugriff auf Angebote, Kundendaten, Buchhaltung oder E-Mails steht der Betrieb innerhalb weniger Stunden still. Früher war ein Serverausfall ärgerlich – heute kann er existenzbedrohend sein.
Vor allem durch Ransomware-Angriffe sehen wir immer wieder, dass Unternehmen völlig unvorbereitet sind. Und dann wird aus einem IT-Problem ganz schnell ein wirtschaftliches Problem.
Was sind aus Ihrer Erfahrung die häufigsten Ursachen für Datenverlust?
Dominik Leipold:
Viele denken sofort an Hacker. Aber tatsächlich sind es oft ganz banale Dinge:
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Hardware-Defekte
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Bedienfehler oder versehentliches Löschen
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Stromschäden
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Feuer oder Wasserschäden
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Und natürlich Cyberangriffe
- Einbrüche, Diebstähle
Das Gefährliche ist: Datenverlust passiert selten „dramatisch“, sondern meist schleichend oder unerwartet.
Wie sollte ein modernes Backup-Konzept aussehen?
Dominik Leipold:
Wir empfehlen klar die bewährte 3-2-1-Regel:
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Drei Kopien der Daten
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Auf zwei unterschiedlichen Medien
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Eine Kopie extern – also außerhalb des Unternehmensstandorts (Wechselmedium oder Cloud)
Das bedeutet konkret:
Produktivdaten auf dem Server, ein lokales Backup – beispielsweise auf einem NAS-System – und zusätzlich ein verschlüsseltes Offsite-Backup in der Cloud oder ein gesichertes Wechselmedium.
Wichtig ist dabei: Backups müssen automatisiert laufen, regelmäßig geprüft werden und es müssen Wiederherstellungstests durchgeführt werden. Ein Backup, das nie getestet wurde, ist im Ernstfall ein Risiko.
Viele Unternehmen sichern doch bereits lokal. Warum reicht das nicht mehr aus?
Dominik Leipold:
Weil lokale Backups keinen Schutz vor lokalen Katastrophen bieten.
Wenn Server und Backup im selben Gebäude stehen und es brennt – sind beide weg.
Wenn eingebrochen wird – sind beide weg.
Wenn eine Ransomware das gesamte Netzwerk verschlüsselt – kann auch das Backup betroffen sein.
Deshalb ist ein Offsite-Backup heute absolut essenziell. Die physische Trennung ist entscheidend.
Warum spielt die Cloud dabei eine so große Rolle?
Dominik Leipold:
Die Cloud ermöglicht eine sichere, verschlüsselte und automatisierte Datensicherung außerhalb des Unternehmens.
Ein professionelles Cloud-Backup bietet:
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Physische Standorttrennung
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Verschlüsselung
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Versionierung der Daten
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Schutz vor Ransomware
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Erfüllung von Compliance-Anforderungen wie DSGVO
- Kein Speicherplatzproblem
Cloud-Backup ist inzwischen Standard – keine Luxuslösung.
Ein häufiger Satz ist: „Wir sind zu klein für einen Hackerangriff.“ Was sagen Sie dazu?
Dominik Leipold:
Das hören wir oft – und es ist ein gefährlicher Irrtum.
Gerade kleine und mittelständische Unternehmen sind attraktive Ziele, weil dort die Sicherheitsstrukturen oft weniger ausgereift sind. Angriffe laufen automatisiert – es wird nicht gezielt nach großen Konzernen gesucht, sondern nach verwundbaren Systemen.
Was raten Sie Unternehmen konkret?
Dominik Leipold:
Vier einfache Fragen stellen:
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Wann wurde das Backup zuletzt getestet?
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Wie lange dauert eine vollständige Wiederherstellung?
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Existiert eine echte Offsite-Sicherung?
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Ist das Backup vor Ransomware geschützt?
Wer diese Fragen nicht klar beantworten kann, sollte dringend handeln. Backup ist keine technische Spielerei – es ist Risikomanagement.
Ihr Fazit zum Thema Backup?
Dominik Leipold:
Ein funktionierendes Backup merkt man erst dann, wenn man es braucht. Aber wenn man es braucht, entscheidet es über die Zukunft des Unternehmens.
Eine Kombination aus lokalem Backup und Cloud-Offsite-Sicherung ist heute keine Option mehr – sie ist Pflicht.
Dominik Leipold
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